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Zwölf ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätige junge Erwachsene zwischen 17 und 22 Jahren haben die zweite Aprilwoche unter dem Motto „Der Sonne entgegen“ in Casteljau am Chassezac, Südfrankreich verbracht. Angeboten und betreut wurde die Fahrt, eine Kooperation der evangelischen Kirchengemeinden Langen und Hochheim sowie des Stadtjugendpfarramtes Wiesbaden, von den Gemeindepädagogen Nadja Hepp, Inge Seemann und Denis Wöhrle.

Am frühen Dienstagmorgen trafen sich alle Teilnehmer und die Betreuer am Stadtjugendpfarramt in Wiesbaden. Von dort aus ging es mit zwei Kleinbussen nach Casteljau, einem kleinen Ort am Fluss Chassezac. Die lange Anreise wurde genutzt, um neue Gesichter kennen zu lernen, Karten zu spielen, für das Klettern wichtige Knoten zu lernen und zu üben und Pläne für die kommenden Tage zu schmieden. Als am frühen Abend der Campingplatz erreicht wurde, war die Vorfreude auf die kommenden Tage dementsprechend groß. Bei bestem Wetter wurden die Holzbungalows, die als Unterkunft dienen sollten, bezogen, das Ufer des Chassezac erkundet und gemeinsam das Abendessen gekocht.

Am nächsten Morgen stand das Klettern im Mittelpunkt: Zunächst wurden wesentliche Theorieinhalte besprochen. Für einige Teilnehmer war Klettern absolutes Neuland, andere waren bereits mehrfach klettern gewesen, im gegenseitigen Austausch wurde altes Wissen gefestigt und neues vermittelt.

Dann ging es los an den Fels: Was heißt Vertrauen und Verantwortung? Wie fühlt es sich an, wenn das eigene Leben an einem Seil hängt, dessen Ende ein Partner sichert. Aber auch Ängste und Unsicherheiten anzusprechen sind unerlässliche Fähigkeiten, die trainiert wurden.

Auf der gegenüberliegenden Flussseite wurde unweit von Casteljau hoch über dem Chassezac geklettert. So bot sich den Kletternden ein grandioser Ausblick über die Felslandschaft und den Flusslauf. Am zweiten Tag wurde das Klettergebiet gewechselt: Am Flussufer nahe des Campingplatzes bot sich ein völlig neuer Ausblick und ein besonderes High-Light: Eine Kletterroute führte aus einer Höhle durch eine Öffnung in der Decke im wahrsten Sinn des Wortes „der Sonne entgegen“.

Doch nicht nur das Klettern beschäftigte die Gruppe in den folgenden Tagen. Die abwechslungsreiche Landschaft lud ebenso zu zahlreichen kleinen Touren und Aktivitäten in der Umgebung ein. Ob Bouldern (Klettern ohne Seil in Absprunghöhe an kleinen Felsblöcken) oder Baden, Faul-in-der-Sonne-Liegen oder Fußballspielen, Wandern, Flussüberquerung oder eine kleine Höhlenerkundung: Bei den zahlreichen Höhepunkten war für jeden etwas dabei.

Und auch das vielseitige Abendprogramm hatte einiges zu bieten: Gemeinsames Kochen und Essen, Lagerfeuer, Werwolf-Spielerunden, eine Nachtwanderung zu einer nahegelegenen Grotte und der klare Sternenhimmel hielten die Gruppe auch bei niedrigen Nachttemperaturen allabendlich in der Natur zusammen.

Am letzten Tag wurde dann noch ein drittes Klettergebiet aufgesucht. Im „Jardin d’Endieu“ wurde noch einmal ausgiebig geklettert und Abschied von Chassezac und Umgebung genommen. Auf langen Kletterrouten kam jeder voll auf seine Kosten, im Schatten am Fuß der Felsen probierten sich außerdem einige an Seilklettertechniken, wie sie zum Beispiel beim Industrieklettern oder bei Höhlenerkundungen eingesetzt werden.

Die Freizeit wurde unterstützt vom Arbeitskreis Kirche und Sport der EKHN und der Wiesbadener Volksbank.

Text und Bilder: Dominik Treier (Freizeitteilnehmer)